HR 2026: Was Personalverantwortliche in Deutschland jetzt bewegt

Die deutsche Arbeitswelt wandelt sich: Nur noch 28% der Unternehmen klagen über Bewerbermangel, während die Arbeitslosigkeit auf 2,9 Millionen steigt. Für HR-Manager bietet sich jetzt die Chance, ineffiziente Prozesse aus den Wachstumsjahren zu bereinigen und strategisch neu aufzustellen.

Autor: Sascha Lutz
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HR 2026: Was Personalverantwortliche in Deutschland jetzt bewegt

Der Status quo: Zeit für einen Reset

Erinnern Sie sich an die Jahre vor der Pandemie? Wachstum war das Gebot der Stunde. Unternehmen stellten ein, was sie kriegen konnten – oft schneller, als die HR-Prozesse hinterherkamen. Für Effizienz, saubere Strukturen und durchdachte Systeme blieb keine Zeit. Der Fachkräftemangel diktierte das Tempo.

Heute sieht die Welt anders aus. Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt 2025/2026 ein verändertes Bild: Laut Randstad-ifo-Befragung klagen nur noch 28 Prozent der Unternehmen über Bewerbermangel – vor zwei Jahren war es noch mehr als die Hälfte. Mit rund 2,9 Millionen Arbeitslosen (höchster Stand seit 2010) dreht sich das Blatt wieder Richtung Arbeitgebermarkt.

Natürlich bleibt der Fachkräftemangel in Schlüsselbereichen bestehen:

  • Energiebranche mit 92% Fachkräftemangel

  • Gesundheitswesen und IT mit jeweils 89%

  • Technologie, Handwerk und Logistik weiterhin stark betroffen

Aber genau hier liegt die Chance: Jetzt ist der Moment, HR effizient aufzustellen. Die Jahre des hektischen Wachstums haben in vielen Unternehmen Prozess-Wildwuchs hinterlassen – manuelle Workarounds, Excel-Listen, Insellösungen. Wer diese Altlasten jetzt aufräumt, ist für den nächsten Aufschwung gewappnet.

Das heißt konkret: Die aktuelle Phase nutzen, um HR-Prozesse zu konsolidieren, das richtige HRIS zu implementieren, IT-Lösungen zu konsolidieren und damit Lizenzkosten zu senken – und Strukturen zu schaffen, die skalieren, bevor der nächste Wachstumsschub kommt.


Die 5 wichtigsten HR-Prioritäten für 2026

1. HR-Digitalisierung: Das richtige HRIS als Fundament

Bevor KI, Analytics und Automatisierung greifen können, braucht es ein solides Fundament: ein modernes Human Resource Information System (HRIS). Doch die Auswahl ist komplex – Personio, Factorial, HiBob und zahlreiche weitere Anbieter buhlen um Aufmerksamkeit.

Die entscheidenden Fragen:

  • Welches System passt zu unserer Unternehmensgröße und -kultur?

  • Wie aufwändig ist die Datenmigration aus bestehenden Systemen?

  • Lässt sich die Lösung mit unseren anderen Tools integrieren?

Die Realität zeigt: Viele Unternehmen unterschätzen den Implementierungsaufwand. Eine sorgfältige Evaluierung und professionelle Begleitung bei der Einführung entscheiden über Erfolg oder Frustration.

2. Prozessautomatisierung und System-Integration

Fast die Hälfte aller CHROs priorisieren Technologie-Investitionen für die kommenden Jahre. Doch nur 5 Prozent der HR-Teams fühlen sich vollständig auf eine effektive Implementierung vorbereitet.

Der Schlüssel liegt nicht in Einzellösungen, sondern in der intelligenten Vernetzung:

  • Workflow-Automatisierung für wiederkehrende HR-Prozesse

  • API-Integrationen zwischen HR-Software, Zeiterfassung und Payroll

  • Zentrale Dashboards für datenbasierte Entscheidungen

Der Trend geht klar zu Lean HR – mehr Wirkung mit weniger Aufwand. Automatisierte Prozesse setzen Ressourcen frei, damit sich HR-Teams auf strategische Arbeit konzentrieren können.

3. Vom Verwalter zum strategischen Business Partner

HR entwickelt sich 2026 endgültig vom administrativen Verwalter zum strategischen Treiber der Unternehmenstransformation. Das bedeutet:

  • Vernetzung mit anderen Bereichen: IT, Finanzen, Kommunikation und Nachhaltigkeit arbeiten enger zusammen

  • People Analytics als Standard: Daten, die nicht nur beschreiben, sondern zukünftige Entwicklungen antizipieren

  • Proaktive Gestaltung: HR erkennt Trends, bevor sie zum Problem werden

Diese Entwicklung erfordert zweierlei: neue Kompetenzen im HR-Team – und digitale Werkzeuge, die Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen und nutzbar machen.

4. Skills statt Stellenprofile: Neues Denken im Recruiting

Klassische Stellenbeschreibungen und Berufswege reichen nicht mehr aus. Der Trend geht klar in Richtung Skill Based Hiring:

  • Fokus auf Kompetenzen statt formale Abschlüsse

  • Emotionale Intelligenz, Empathie und kritisches Denken werden priorisiert

  • Quereinsteiger erhalten mehr Chancen

Für Unternehmen bedeutet das: Recruiting-Prozesse müssen flexibler werden – und das HRIS muss diese neue Denkweise unterstützen können.

5. Mitarbeiterbindung durch Employee Experience

Der Wettbewerb um Talente macht Mitarbeiterbindung wichtiger denn je. Statt ausschließlich auf externes Recruiting zu setzen, rücken in den Fokus:

  • Interne Karrierewege: Upskilling und lebenslanges Lernen ermöglichen

  • Flexible Arbeitsmodelle: 59% arbeiten Vollzeit im Büro – aber nur 19% sind damit zufrieden

  • Psychologische Sicherheit: Eine Kultur mit Feedback, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten

Besonders wichtig: Mental Health. Psychische Erkrankungen verursachen mittlerweile etwa 17,4 Prozent aller Krankenstände. Ein gutes HRIS unterstützt auch hier – durch transparente Kommunikation, Self-Service-Funktionen und weniger administrative Hürden für Mitarbeitende.


Die Chance für den Mittelstand

Während Großkonzerne oft mit komplexen Legacy-Systemen und langwierigen Entscheidungsprozessen kämpfen, haben Unternehmen im Mittelstand einen echten Vorteil: Sie können agiler handeln und moderne, cloud-basierte HR-Lösungen schneller implementieren.

Die Herausforderung? Viele HR-Teams im Mittelstand stehen vor einem Dilemma: Sie wissen, dass Digitalisierung notwendig ist – aber ihnen fehlt die Zeit, den Markt zu sondieren, Systeme zu evaluieren und eine Implementierung zu steuern. Gleichzeitig mangelt es oft an internem IT-Know-how für komplexe Integrationen und Datenmigrationen.

Die Lösung: Ein Partner, der beides mitbringt – tiefes Verständnis für HR-Prozesse und technische Expertise für die Umsetzung. Nur so entstehen Lösungen, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch im HR-Alltag bestehen.


Fazit: Jetzt die Weichen stellen

2026 wird für HR ein entscheidendes Jahr. Die Unternehmen, die heute in die richtigen Prioritäten investieren – ein passendes HRIS, durchdachte Automatisierung, datenbasierte Entscheidungen und echte Mitarbeiterbindung – werden im Wettbewerb um Talente die Nase vorn haben.

Die gute Nachricht: Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen.

HR Review 2025

HR review 2024


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Quellen: Randstad-ifo-HR-Befragung Q4/2025, Bundesagentur für Arbeit, Gartner HR-Studie 2026, DIHK-Fachkräftereport 2025/2026, ManpowerGroup Talent Shortage Survey, DAK Gesundheitsreport

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